Grundig Youngtimer

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Moderator: timundstruppi

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Storydog
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Registriert: Mi 25. Feb 2026, 14:40

Grundig Youngtimer

Beitrag von Storydog »

Es war der 21. August 1993 in einem kleinen Fernseh- und Hifi-Fachgeschäft im Baden-Badener Stadtteil Lichtental. Lichtental abseits des mondänen Kurstadtbetriebs im hinteren Oosatal und in einem Nachbarhaus hat ein gewisser Johannes Brahms in den Sommern der Jahre 1865 bis 1876 gewohnt und an manchen seiner Werke gearbeitet. Ein hübscher Platz, um sein erstes Hifi-Gerät zu kaufen. Aber es war kein Grundig, sondern der CD Spieler Marantz CD 42 mk. II, der noch heute zu meiner Sammlung von Hifi-Geräten gehört.

Es war auch in diesem Geschäft, trotz Samstagvormittag ein ruhiger Sommertag und man konnte mit dem anwesenden Verkäufer ein kleines Fachgespräch über Hifi führen. Als es an das Bezahlen ging, zeigte er auf eine Anlage zwischen Komponenten von Marantz und Rotel, die genauso schwarz war, wie die meisten Hifi-Komponenten jener Zeit, aber auf dem zweiten Blick doch ein wenig anders aussah.

"Diese Anlage haben wir erst diese Woche rein bekommen. Diese neue Serie wird nächste Woche auf der Internationalen Funkausstellung offiziell präsentiert. Was halten Sie von dem Design?" So etwas sagte er. Es war einer der Momente, wenn man jemandem oder etwas Neuem oder Unbekanntem begegnet, wobei man noch nicht weiß, wie man es beurteilen soll, man nimmt es einfach wahr und etwas später zieht es in das eigene Leben ein.
Ich weiß wirklich gar nicht mehr was ich damals gesagt habe. Da war dieser Fine Arts by Grundig Schriftzug, aber die Komponenten hatten nicht die hölzernen Seitenteile und mitten auf dem Verstärker dieser große Laustärkeregler, vor einer schwarzen Plexiglasfläche in der Mitte, mit den dünnen Schaltern links und rechts angeordnet.

Herbst 1994. Nach einer Übergangsphase von einem Jahr, in der ich den Marantz an dem Chincheingang des Stereoradiorecorders JVC PC-V 88 angeschlossen habe, und ich diesen verkaufte, da sollte der Rest der Stereoanlage folgen. Aber ich stellte dann im Hifi-Handel, der Marantz führte, fest, dass Marantz, die eigentlich seit Ende der 80er in etwa immer das gleiche Design hatte, mit den neuen Modellen seit Sommer 94 ein ganz anderes Design einführte, das mir noch heute irgendwie nicht gefällt. So schaute ich auch über Marantz hinaus.

Ich hatte die Berichte über diese neuen Fine Arts by Grundig mit Interesse gelesen. Und sie waren auch hier und da im Handel zu sehen. Die Fachpresse schrieb wohlwollend, draußen in der Welt gingen die Meinungen auseinander. Grundig hatte auch etwas Image in der normalen Mittelklasse seit den späten 80ern verloren und die große Fine Arts Serie hatte ihre Käufer und Fans, waren aber eine andere Liga und dieser Flair sollte auch auf die normale Hifi-Linie übertragen werden.

Am Ende gab ich diesen Geräten eine Chance und bestellte bei einem Elektrogeschäft in Achern den Receiver Fine Arts R 1 und das Casettendeck Fine Arts CF 4; in einem anderen Fachgeschäft in Kuppenheim kaufte ich die Regalboxen MB Quart QL 20 C dazu, weil diese gerade für 400 statt 600 Mark im Angebot waren. Ich war noch Berufsanfänger und verdiente gerade mein erstes richtiges Geld nach Ausbildung und Zivildienst.

Und jetzt heute? Der R 1 und der CF 4 hatten noch nie eine Repraratur nötig. Im Jahr 2020 gab es für einige meiner Geräte eine professionelle Innenreinigung in der Elektronikwerkstatt meines Vertrauens. Und zwischen 2010 und 2024 kamen drei CD Spieler dieser Fine Arts Serie für kleines Geld hinzu. Zuerst der Fine Arts CD 1 für 6,50 € bei Ebay bei mir in der Nähe ersteigert, ein Fine Arts CD 3 im Herbst 2016 für 40 € im Hifi-Forum gekauft und einen Fine Arts CD 11 für 20 € in den Kleinanzeigen in Achern vom Rückweg des Samstageinkaufs mitgenommen.
Der CD 1 und der CD 11 brauchen einen Service mit Neuschmierung und neuen Schubladenriemen; der CD 3 läuft noch perfekt.

Andere Grundig Geräte sind ein Videorecorder Vivance 3010, ein DVD Spieler Livance GDP 3200, beide aus den frühen 2000ern und ein Neuzugang in der nächsten Woche ist ein Grundig CD 301 aus der Vorgängergeneration meiner Fine Arts Komponenten. Der CD 301 begegnete mir beim CD Spielerkauf 1993 auch zweimal im Handel bzw. wurde mir vorgeführt. Aber bei CD Spielern ist mein Spitzenmodell ein Exposure S 2010 CD angeschlossen an einem Kopfhörerverstärker Lehmannaudio Linear. Insgesamt habe ich dann zehn CD Spieler, fünf davon mit dem Laufwerk Philips CDM 4/19. Fünf Plattenspieler von Dual und Saba kamen für ebenfalls richtig kleines Geld zwischen 2003 und 2010 zu mir, als ich nach zehn Jahren CD doch noch auf die Idee kam, einen Plattenspieler haben zu wollen. Obwohl ich keine einzige LP oder Single hatte. (Inzwischen habe ich über 350 LPs).

Den Sprung zu der eigentlich großen Fine Arts Serie werde ich wohl nicht machen. da ich andere Komponenten von Telefunken (200 Serie) und Dual (CV 121 Und CT 19) habe. Das hat auch finanzielle Gründe und möchte, das was ich habe erhalten, da ich mich klanglich mit Kopfhörern mehr weiter entwickelt habe.

Mit der Unternehmensgeschichte von Grundig habe ich mich auch etwas beschäftigt und vor Jahren die Bücher "Alexander Mayer - Grundig und das Wirtschaftswunder"und "Christel Bronnenmeyer - Max Grundig" gekauft.

Vielleicht hat hier jemand Komponenten aus der "großen" und der "Kleinen" Fine Arts Serie im Besitz oder gehabt und beide schon verglichen?
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